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Wird der Devisenmarkt zum Boxring?

Verehrte Leserinnen und Leser!

Die EZB könne die Anleger nicht beruhigen, hieß es am Freitag in einer Schlagzeile, die damit zu begründen versuchte, warum die europäische Zentralbank zwar in ihrer Sitzung am Donnerstag betonte, dass das Thema eines Kurswechsels, eines Endes der jahrelangen, aggressiven Niedrigzinspolitik, noch nicht einmal diskutiert worden sei, der Euro zum USDollar aber einfach trotzdem weiter stieg. Aber das  scheint eine Begründung zu sein, die zu kurz greift. Denn:

Die Frage muss lauten: Wem nützt es?

Warum sollten die Investoren denn auf einmal massiv und immer weiter Euros kaufen, obgleich die Grundvoraussetzung einer Zinswende, eine nachhaltig nahe zwei Prozent liegende Kerninflation in der Eurozone, noch ein gutes Stück entfernt ist und nichts dafür spricht, dass das Wachstum so anzieht, dass dieses Ziel in den kommenden Monaten erreicht ist? Und warum steigen in Europa die Anleiherenditen, in den USA, wo die Zinswende längst eingeläutet ist, aber weit weniger deutlich? Gut, in den USA liegen die Verzinsungen höher und man zweifelt daran, dass die US-Notenbank ihren entschlossen wirkenden Kurs in Richtung höherer Zinsen durchsetzen kann, weil weder Wachstum noch Inflation dafür stark genug sind. Aber das ist ja in Europa nicht anders. Hinzu kommt, dass man nie vergessen sollte, dass über 90 Prozent aller Aktivitäten am Devisenmarkt Spekulation sind, d.h. nicht auf Nachrichten reagieren, sondern von Zielsetzungen getragen werden, die durchaus taktischer Natur sein können. Wie zum Beispiel eine Stärkung der durch das Ausbleiben der Trump-Reformen wankenden US-Wirtschaft über eine billigere Währung. Wenn es zu Kursbewegungen kommt, die sich nicht rational erklären lassen, bietet es sich immer an, die Frage zu stellen, wem diese Bewegungen Vorteile bringen. In diesem Fall lautet die Antwort: Der US-Wirtschaft.

Der Devisenmarkt als Bühne politischen Zanks?

Eine steigende Euro/US-Dollar-Relation bedeutet, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar teurer wird. Das heißt, dass US-Güter außerhalb der USA billiger werden, die aus der Eurozone teurer. Z.B. im großen chinesischen Markt. Die USExporteure haben dadurch also Vorteile. Die sie, das das USWachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt, gut gebrauchen können. Zudem schrumpft so das  Handelsbilanzdefzit der USA, das die dortigen Politiker als „unfair“ beklagen. Der Euro steigt, obwohl die EZB beruhigt, die US-Wirtschaft freut sich … und mehr als 90 Prozent der Aktionen am Devisenmarkt sind Spekulation. Ist es da allzu abwegig, den Gedanken zu hegen, dass der gezielte Kaufdruck auf den Euro aus den USA, von den dortigen, großen Akteuren kommt?

Es wäre nicht das erste Mal, dass man den Devisenmarkt als „Boxring“ benutzt, um politische Zwistigkeiten auszutragen, die man nicht offen aufdecken will. Immer wieder sind solche Phänomene aufgetaucht. Aber immer, ob beim „Währungskrieg“ zwischen Japan und den USA oder dem Gezänk um die chinesische Währung, waren die USA mit dabei. Es würde also nicht überraschen, wenn diejenigen, denen dieser steigende Euro nützt, auch diejenigen sind, die ihn höher kaufen. Kann das der Eurozone und ihren Aktienmärkten wirklich schaden? Das werden die kommenden Wochen zeigen. Das Sommerloch fällt aus – das wird ein spannender Börsensommer!

Wir wünschen eine erfolgreiche Handelswoche!

Herzliche Grüße, Ihr
Stefan Hoffmann & das gesamte Team

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