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Was bedeutet der Gasschock für uns?

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

der Kreml spielt also nun seinen Trumpf aus und bringt seine schärfste nicht-militärische Waffe in Stellung. Wladimir Putin lässt uns das Gas abdrehen. Durch die Nordstream-Pipeline fließt derzeit nur die Hälfte der Kapazität. Aller Orten werden nun die Notfallpläne ausgerollt. Die deutschen Speicher sind zwar relativ gut gefüllt, freilich zum Jahresende dürfte die Versorgung dünn werden. Den Industrie-Unternehmen droht die Rationierung des Rohstoffes.

Überraschenderweise ist der große zweite Preisschock allerdings ausgeblieben. So verteuerte sich das für Mitteleuropa maßgebliche TTF-Gas auf Wochensicht lediglich um 5 %. Britisches Gas sackte sogar prozentual zweistellig ab. Auch die US-Notierungen liefen in dieser Woche stramm südwärts. Die Ölpreise sind ebenfalls sehr weich und könnten in der kommenden Woche sogar unter die Marke von 100 USD je Barrel unterbieten. Wie erklärt sich dieser eigentümliche Befund?

In der Tat spielt der Markt mittelfristig keineswegs eine Knappheit, sondern ganz im Gegenteil, viele Investoren preisen eine Überversorgung des Marktes ein. Deshalb rauschten zuletzt gemeinsam mit dem Ölpreis auch die Aktien der Branche in den Keller. Chevron, BP oder die Zulieferer wie Schlumberger und Halliburton wurden breit aus den Depots verkauft. Auch Tanker-Aktien wie Dynagas oder Flex LNG sackten prozentual zweistellig zusammen.

Man befürchtet, dass die Zinskeule, die derzeit der US-Notenbank schwingt, die Konjunktur weltweit spürbar abkühlen wird. Gestern hat Jerome Powell vor einem Ausschuss in Washington dabei eingeräumt, dass die US-Konjunktur sogar in eine vorübergehende Rezession einlaufen kann. Und Rezession wirkt sich auf Rohstoffpreise immer dämpfend aus.

Gleichzeitig wird derzeit natürlich jeder Kubikmeter Gas praktisch weltweit mobilisiert. So werden die Unternehmen in den USA, in Katar, aber etwa auch in Israel die Gasquellen jetzt ganz breit machen. Diese Kombination aus Rezession und Fördererausweitungen kann uns im kommenden Jahr einen veritablen Crash der Öl- und Gaspreise verschaffen.

Ich gebe zu, so richtig schmeckt mir diese Perspektive noch nicht, da ich aktuell in den von mir betreuten Depots den Komplex Öl/Gas spiele. Dennoch: Im Kern wäre natürlich ein spürbarer Preisabschwung im Energiemarkt die spektakuläre Nachricht für den breiten Aktienmarkt schlechthin.

Denn wenn der Ölpreis sich spürbar ermäßigt, wäre mit einem Schlag oder binnen kurzer Zeit rund 40 % der Inflationsdynamik aus dem Markt genommen. Das wiederum würde der Geldpolitik die Möglichkeit geben, die laufende Zinswende zeitlich zu strecken und generell weit flacher als bisher zu gestalten. Eine solche günstige Konstellation kann den nächsten Haussezyklus im Aktienmarkt auslösen.

Ich werde nicht gleich jetzt schon euphorisch, zumal dieses Szenario für den Markt im Moment noch keine Relevanz entwickelt, wie man an weiterhin weichen Aktienkursen sieht. Trotzdem, ich sehe Anzeichen, dass sich das wirtschaftliche Umfeld in den nächsten Monaten deutlich aufhellen wird.

Zum Abschluss noch eine geopolitische Bemerkung: Wladimir Putin unterstützt übrigens diese Sichtweise indirekt. Er hat aus guten Gründen genau jetzt seinen Trumpf ausgespielt und das Teilembargo für Gas gegen Europa verhängt. Der mächtige Mann muss nämlich davon ausgehen, dass sein Schwert in einigen Monaten ziemlich stumpf sein wird. Wenn nämlich etwa Deutschland ab Januar 2023 Flüssiggas in großem Stil aus Katar und den USA importiert, hat er kein Folterwerkzeug mehr für uns.

Deutschland ist kein Einzelfall. So machen die Italiener derzeit ihre Kontakte nach Algerien wieder frisch, um dort Gas zu beziehen. Zur Info: Algerien war lange der große Gasversorger Italiens und wird es nun wieder. Aller Orten reparieren die Staaten also ihre Gas-Lieferketten.

Wenn diese Lieferketten funktionieren, werden wir ganz andere Öl- und Gaspreise im Markt sehen. Spätestens dann werden wir auch wieder ganz andere Notierungen am Aktienmarkt sehen. Vertrauen Sie mir!

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