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Warum ein Börsenbrief kein Metzger ist

Wie gehen Sie eigentlich mit einem Börsenbrief um, den Sie gerade neu bestellt haben? Gehören Sie zu den selektiven Testkäufern? Was meine ich damit?

Es versteht sich von selbst: Wer einen neuen Börsenbrief bestellt, geht nicht gleich aufs Ganze und holt sich sofort alle Kaufempfehlungen auf einen Schlag. Viele von Ihnen kaufen also erst einmal testweise eine oder zwei Empfehlungen. Funktionieren diese Empfehlungen spontan, finden Sie den neuen Dienst gut, schmieren die Empfehlungen ab, ist der Dienst eben schlecht. Ist doch ganz offensichtlich, oder?

Mit Verlaub, liebe Mitbörsianer, auf diese Weise können Sie den neuen Metzger vor Ort testen. Da kauft man das Nackensteak, und wenn dann nicht zu viel Wasser in der Pfanne ist, nimmt man nächstens einmal den Schweinsbraten.

Möchten Sie hingegen die Qualität eines Börsendienstes ergründen, müssen Sie etwas differenzierter vorgehen. Dazu finden Sie in den allermeisten Diensten ein Musterdepot, das die Empfehlungen und Performance der Vergangenheit dokumentiert. Das ist schon einmal ein wichtige Information für Sie. Dabei gilt, Musterdepots, in denen jede Position wie in weiche Butter gehauen haben soll und vermeintlich dreistellige Zuwächse geschafft hat, sind kunstvoll frisiert worden. Denn selbst der begabteste Börsianer produziert gelegentlich Rohrkrepierer.

So hingegen testet der kluge Börsianer einen neuen Börsendienst: Vollziehen Sie die vorgeschlagene Strategie nach und kaufen Sie nicht nur ein oder zwei Titel, sondern bilden Sie das Musterdepot quasi en miniature nach. Ganz konkret: Umfasst ein Musterdepot 10 Titel, dann kaufen Sie davon 4! Bilden Sie also den Kern des Musterdepots nach!

Dabei notieren Sie sich den aktuellen DAX-Stand. Nach einer Testphase von – sagen wir 6 Monaten – legen Sie Ihr Miniaturdepot gegen die Benchmark, also den DAX. Liegt Ihr Testdepot gleichauf oder sogar über der Benchmark, dann wissen Sie, hier bin ich richtig. Bei diesem Performancevergleich berücksichtigen Sie natürlich, dass der Index keine Kaufspesen und schon gar keine Abgeltungsteuer von 26,375 % bezahlt.

Hier muss ich auch einmal eine kleine Spitze gegen die Börsen-Theoretiker solcher Publikationen wie Stiftung Warentest loslassen. Natürlich schlagen wir als Praktiker in der Regel unsere Benchmark nicht, weil wir eben Steuern berappen und Transaktionsspesen haben.

Zurück zur Sache: Sie tun einem Börsenbrief-Redakteur, und da spreche ich auch für alle meine Kollegen und Konkurrenten in dieser Welt, Unrecht, wenn Sie ihn wie einen Metzger behandeln. Der kluge Börsenbrief-Tester hingegen vollzieht die Strategie eines Börsendienstes möglichst umfassend nach und kauft nicht nur eine oder zwei „Top-Empfehlungen“. Denn an der Börse gilt immer eine Regel: Der Einzeltitel zählt nicht, sondern immer nur die Performance des Gesamtdepots.

Ich breche mir da überhaupt keinen Zacken aus der Krone, wenn ich Ihnen schreibe, dass ich zuletzt im NextGeneration-Depot (Premium-Chancen) einen üblen Rohrkrepierer namens Nikola produziert habe. Einige meiner Leser haben nur diesen einen Titel gekauft und finden folglich meinen Börsendienst jetzt blöd. Die anderen hingegen haben auch Zur Rose (+114 %), Apple (+117 %) oder Tomra Systems (+81 %) gekauft. Das Depot dieser Leser ist nun rund ein Drittel schwerer als zu Jahresbeginn.

Sie haben meine Botschaft verstanden und interessieren sich für Hochwachstums-Aktien und sterben auch nicht, wenn eine Depotposition einmal versagt? Dann möchte ich Sie in den Premium-Chancen sehen. Melden Sie sich bitte unter kundenservice@anlegerverlag.de an. Sie werden dann sofort separat benachrichtigt, wenn wir die nächsten Neuleser aufnehmen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Alexander von Parseval

Analyst und Vermögensberater

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