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US-NOTENBANK LIEFERT BEMÜHT GUTE LAUNE

Die US-Notenbank, auch gerne „Fed“ (von „Federal Reserve Bank“) genannt, tat gestern, was sie konnte, um die Anleger bei Laune zu halten. Allerdings auf eine etwas ungewöhnliche Art. Es ging um die Fed Funds Projection Rate. Die wurde gesenkt, das sorgte für Erleichterung. Zugleich zeichnete man die aktuelle wirtschaftliche Lage etwas freundlicher, das sorgte für Zuversicht. Einziges Haken für aufmerksame Akteure: So ganz passen diese beiden Dinge nicht zusammen. Sehen wir uns das mal an:

VERKAPPTE ZINSSENKUNG?

Natürlich war es keine Zinssenkung, die die „Fed“ da gestern vornahm. Aber das Senken der Fed Funds Projection Rate bedeutet, dass man überein gekommen ist, die Leitzinsen im laufenden Jahr weniger oft und/oder weit anzuheben als ursprünglich angepeilt. Mit dieser Rate, die wie andere Projektionen bzgl. der Inflation und des Wachstums alle drei Monate überprüft und veröffentlicht wird, zeigt die Notenbank ihre eigene Erwartung an, wo der Leitzins zum Ende eines Jahres stehen könnte. Und da hat man die Prognose nun um ein halbes Prozent für den Leitzins zum Jahresende 2016 zurückgenommen. Das hieße, man selbst erwartet, dass man den Leitzins im laufenden Jahr nur ein halbes statt um ein Prozent anheben würde. Nur zwei Zinserhöhungen um je einen Viertelpunkt statt vier.

Damit beruhigte man die Anleger, zugleich drückte das den US-Dollar (siehe Thema im Fokus) zur Freude der US-Exportunternehmen. Auf diese Weise zog man, ohne wirklich unmittelbar etwas zu tun oder gar die Leitzinserhöhung im Dezember zurückzunehmen, mit dem Rundumschlag der EZB nach und hielt sich so im Rennen, was das Ringen um eine schwache Währung zur Erlangung von Exportvorteilen angeht. Aber:

VERDÄCHTIG ANLEGERFREUNDLICH

Es wundert, dass man da dann zugleich einige warnende Formulierungen in diesem Statement abschwächte, die Ende Januar in Bezug auf die Perspektiven des US-Wachstums aufgetaucht waren. Die Lage und die Aussichten der US-Konjunktur wurden wieder einen Hauch positiver beschrieben. Nur: Wenn das Wachstum jetzt doch etwas solider ausfiele, warum reduziert man dann zugleich die Zinsprojektion? Je stärker das Wachstum, desto wahrscheinlicher wäre nach der Denkweise der „Fed“ die Rückkehr in den angestrebten Inflationskorridor um zwei Prozent. Und dann gälte es ja auch, die Rückkehr auf ein normales Zinsniveau zu beschleunigen, statt diesen Prozess zu bremsen.

Diese Divergenz im Statement der „Fed“ erweckte daher bei aufmerksamen Beobachtern den Eindruck, dass man vor allem darauf bedacht war, es allen recht zu machen, niemanden zu enttäuschen. Die Brücke, die man argumentativ zu schlagen versuchte, war der Arbeitsmarkt, den man als problematisch bezeichnete. Aber auch das war eine wacklige Argumentation, immerhin hatte gerade der im Februar den Eindruck wiederbelebten Wachstums erweckt. Fazit:

Dieses Statement der US-Notenbank klang gut. Aber man bekam den Eindruck, dass es genau so wirken sollte: Schön zu lesen, eine gute Grundlage für positive Stimmung. Aber wenn eine Notenbank so auffällig darauf achtet, dass alle zufrieden sind, sich also mehr an den Befindlichkeiten der Investoren als an Notwendigkeiten orientiert … bekommt man dann nicht das Gefühl, dass diese Notenbank gute Gründe hat, die Laune positiv zu halten?

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