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JAPAN: FALLENDE HEMMUNGEN, STEIGENDE KURSE

Das am Morgen veröffentlichte Protokoll der letzten Sitzung der japanischen Notenbank, die Mitte März stattgefunden hatte, zeigt zwar, dass die Mitglieder des Rates keine einheitliche Meinung zum Thema Negativ-Zinsen hatten. Aber die dort kommunizierte, berechtigte Sorge, dass diese Maßnahme die Banken ebenso wie die Verbraucher verunsichern könnte und die Politik der Notenbank schwer erklärbar macht, ist letzten Endes Kosmetik – der Leitzins in Japan ist ja nun bereits negativ: bei -0,1 Prozent. Und schon seit Mitte Februar bewegt sich die Rendite für japanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren im negativen Bereich. Wer dem Staat also für zehn Jahre Geld leiht, bezahlt ihm auch noch einen Zins dafür, statt Zinsen zu bekommen. Der Haken:

Es hilft herzlich wenig. Weder die Inflation noch das Wachstum kehren zurück. Japan kriecht seit Jahrzehnten, immer nur abgelöst von kurzen, nie nachhaltigen kleinen Wachstumsschüben, am Rande der Rezession dahin. Wenn man bedenkt, welche unkalkulierbaren Risiken die Flutung der Märkte mit diesen Unsummen nach sich zieht, die nun schon seit Jahren in Form der gigantischen Anleihekaufprogramme vorgenommen wird, müssten vernunftbetonte Politiker und Notenbanker diesem Treiben eigentlich Einhalt gebieten. Aber wie es nun mal so ist, wenn man merkt, dass man auf dem Holzweg ist: Gerne wird da noch eins draufgesetzt, in der Hoffnung, dass die Erhöhung der Dosis aus einem Plazebo ein wirkungsvolles Medikament macht, statt Fehler einzugestehen.

OFFIZIELLER WÄHRUNGSKRIEG?

Und so hat Japans Finanzminister Aso in diesem Zusammenhang erstmals davon gesprochen, den Yen aktiv durch Interventionen zu schwächen. Eine brisante Aussage, weil eigentlich ein Tabubruch. Richtig ist, wir hatten das in „Börse am Mittag“ ja schon mehrfach angesprochen: Je schwächer die eigene Währung, desto besser die Exportchancen, was bedeutet: Eine schwache Währung stützt das Wachstum. Aber dafür aktiv sorgen zu wollen, das spricht man eben nicht aus.

In der Tat gibt es seit Beginn der großen Anleihekaufprogramme, bei der EZB ebenso massiv wie in Japan (in den USA momentan eingestellt, weil man dort angeblich ausreichend wachse), die Intention, durch die niedrigen Zinsen auch die Währung zu drücken. Das kann auch klappen – aber nicht, wenn alle gleichzeitig diesen Weg gehen. Irgendeine Währung ist eben zu denen, die schwächer werden, stärker, ansonsten funktioniert das System ja nicht. Die Alternative wäre Inflation. Aber die stellt sich nicht ein, weil die Unternehmen wegen der dünnen Nachfrage die Preise nicht anheben können. Was also tun?

DAS WÜRDE ÄRGER GEBEN

Aktiv auf eine Währung einzuwirken ist theoretisch möglich. Eine Notenbank kann ihre eigene Währung am Devisenmarkt gezielt verkaufen und andere Währungen kaufen, um den Kurs zu drücken. Aber solange man nur „passiv“ versucht, über die Notenbank-Politik die Währung zu drücken, kann man das als „zufälligen Nebeneffekt“ bezeichnen. Auch, wenn alle wissen, was dahintersteckt. Macht man indes offizielle Schritte, tritt man als Notenbank also aktiv am Devisenmarkt auf, macht man sich Ärger. Denn dann macht man ja offiziell, dass man die eigene Wirtschaft stützen will, indem man andere Währungen teurer macht und diesen Wirtschaftsräumen damit aktiv schadet.

Solche „offiziellen“ Gefechte gab es schon in den Neunziger Jahren zwischen den USA und Japan. Das sorgte damals für viel Unfrieden, brachte aber keiner Seite einen nachhaltigen Vorteil. Hier nun erneut auf den monetären Kriegspfad zu gehen, scheint daher eine sehr unkluge Idee zu sein. Man darf gespannt sein, ob jemand Minister Aso noch zurückpfeift. Aber in jedem Fall zeigen solche Aussagen, dass die japanische Geldpolitik nicht erfolgreich ist. Ob das der EZB zu denken gibt, der es mit vergleichbaren Maßnahmen nicht besser ergeht? Möglich, aber unwahrscheinlich. Denn auch dort hat man ja mit dem letzten großen Maßnahmenpaket die Flucht nach vorn angetreten, statt die eigene Vorgehensweise zu überdenken und andere Wege zu beschreiten.

Und immerhin wird man ja vom Markt angefeuert. Denn beim Nikkei 225 ging es daraufhin aufwärts: Mit +0,68 Prozent legte man dort trotz der negativen Vorlage fallender China-Börsen zu … und hält so die Chance auf eine große Bodenbildung am Leben!

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