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EZB-ENTSCHEIDUNG SORGT FÜR CHAOS

Wir hatten im Vorfeld vor den wahrscheinlich hohen Schwankungen gewarnt, die durch die Entscheidung der EZB um 13:45 Uhr und die nachfolgende Pressekonferenz um 14:30 Uhr ausgelöst werden könnten. Was dann aber passierte reichte, dass selbst erfahrene Trader die Ohren anlegten. Und die immense Volatilität setzt sich heute am Vormittag fort. Was war an dieser EZB-Sitzung so Besonderes?

Zum einen wurde auch die Entscheidung über das Volumen der Anleihekäufe um 13:45 Uhr im schriftlichen Statement verkündet. Das erwischte viele unvorbereitet, denn diese Dinge waren sonst erst im Rahmen der Pressekonferenz kommuniziert worden. Und zum anderen beschloss die EZB gleich ein ganzes Paket an Maßnahmen, indem neben dem von 60 auf 80 Milliarden Euro pro Monat aufgestockten Anleihekaufvolumen auch an der Zinsschraube gedreht wurde – und das gleich bei allen drei Zinsebenen: Ausleihe- und Einlagesatz wurden ebenso gesenkt wie der Leitzins selbst.

MAN HÖRTE EIN WENIG VERZWEIFLUNG HERAUS

Damit hatte man nicht gerechnet. Und so war die unmittelbare Reaktion (der Verlauf dieser Stunden ist heute unser „Thema im Fokus“) erst einmal eine kräftige Rallye. Aber im Zuge der Pressekonferenz kippte die Tendenz plötzlich unter dem Eindruck der Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi. Die sollten sicher nicht so wirken, aber der Effekt war dennoch, dass die Marktteilnehmer beunruhigt wurden.

So erklärte dieser, dass die EZB momentan nicht davon ausgehe, dass weitere Leitzinssenkungen nötig wären. Was optimistisch geklungen hätte, hätte Draghi nicht auf Fragen von Journalisten gesagt: „Wir geben nicht auf“. Er meinte damit das Ringen der EZB, die angestrebte Teuerungsrate um zwei Prozent zu erreichen. Denn das implizierte: ‚Bislang hat es nicht funktioniert‘. Und zwischen den Zeilen schien ebenso durch, dass man sich bei der EZB sehr wohl bewusst ist, dass man auf verlorenem Posten steht, solange die Politik sich weiter passiv verhält und nicht die nötigen Rahmenbedingungen für neues Wachstum bereitstellt. Dass die EZB ihre Wachstumsprognose für die Eurozone im Zuge dieser Sitzung senkte, verwunderte da schon nicht mehr.

KOMMT NUN NICHTS MEHR NACH?

Unter dem Strich stand dadurch der Eindruck, dass die Europäische Zentralbank auf der einen Seite eher aus Verzweiflung derart umfassend „zugeschlagen“ hat, auf der anderen Seite aber nun die Munition verschossen ist, sprich auf absehbare Zeit keine weiteren Maßnahmen mehr nachfolgen werden bzw. können. Und das stellte die anfänglich positive Reaktion auf den Kopf. Gewinnmitnahmen in allen Bereichen, in denen man zuvor teilweise wochenlang auf eine positive Reaktion auf die EZB-Sitzung gesetzt hatte, drückten den DAX, zogen Gold und Euro nach oben und führten zu steigenden statt fallenden Zinsen am Anleihemarkt.

Dass die US-Börsen ihre anfänglich negative Reaktion schnell abschüttelten, was durchaus verständlich ist (siehe Märkte im Überblick) führt nun dazu, dass die Akteure wild durcheinander agieren. Bevor sich die Wogen hier nicht glätten und die einzelnen Assets ihre neue Richtung wirklich gefunden haben, sollte man daher sehr zurückhaltend agieren!

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