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Europa in Angst: Geht jetzt die Zinsschere auf?

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

im Juli 2022 führte die EZB ein neues Programm ein, um die Marktzinsen innerhalb der Eurozone besser steuern zu können. Das Programm heißt Transmission Protection Instrument (kurz: TPI). Damit sollen Zinsunterschiede zwischen soliden Niedrigzinsländern (z.B. Deutschland) und Hochzinsländern (z.B. Italien) ausgeglichen werden.

In den Finanzmedien geisterte TPI nur bei der Einführung kurz umher. Seither scheint das Programm kein Thema mehr zu sein. Aber das könnte sich 2023 ändern. Denn die insgesamt steigenden Marktzinsen führen zunehmend zur Frage nach der Tragfähigkeit der Verschuldung.

Italien ist mit 2,8 Billionen Euro verschuldet. Das entspricht rund 140% der jährlichen Wirtschaftsleistung. Bei niedrigen Zinssätzen ist die Schuldenlast refinanzierbar. Das sieht aber anders aus, wenn die Zinsen steigen. Und hier liegt die Gefahr, die 2023 auf uns wartet.

In einem Umfeld allgemein steigender Zinsen werden die Zinsen für italienische Anleihen deutlich schneller ansteigen als beispielsweise für deutsche Anleihen. Das ist ein einfaches marktwirtschaftliches Prinzip, weil die Investoren durch die höhere Grundverschuldung mit einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit Italiens kalkulieren.

Genau an dieser Stelle setzt das TPI-Programm an. Die EZB interveniert gezielt am Anleihemarkt. Die Zinsen für hochverschuldete Länder sollen mithilfe gezielter Anleihekäufe gesenkt werden. Bisher hat das gut funktioniert. Im Dezember rentierten langlaufende italienische Staatsanleihen mit 4,2% und deutsche Anleihen mit 2,1%. Der Renditeunterschied ist relativ klein und auch für Italien noch tragbar.

Wenn die Zinsen weiter steigen, wird die EZB aber noch mehr intervenieren müssen. Es wird dann Geld aus den wohlhabenden Staaten der Euro-Zone verwendet, um die Anleihen der hochverschuldeten Staaten aufzukaufen. Das Problem dabei ist, dass sich die Italiener auf diese Versicherung verlassen können und der Anreiz zu soliden Staatsfinanzen reduziert wird.

Die Folgen reichen sogar noch viel weiter, weil andere Euro-Staaten dazu verleitet werden, dem Vorbild Italiens zu folgen und ebenfalls mehr Schulden zu machen. Denn wer sparsam wirtschaftet, wird durch TPI bestraft.

Die EZB ist zwar mächtig, aber nicht allmächtig. Es kann passieren, dass TPI 2023 wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Wenn die EZB zu viel intervenieren muss, könnten sich Spekulanten aktiv gegen die Notenbank stellen. Auf diese Weise wurde 1992 die britische Zentralbank zum Ausstieg aus dem europäischen Wechselkursmechanismus gezwungen und George Soros verdiente ein Vermögen mit seiner Wette gegen das Pfund.

Wenn dieses Beispiel Schule macht, steht der Euro vor einer Zerreißprobe. Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen. Der Euro ist ein Erfolgsmodell. Unsere Währung hat gerade ein weiteres neues Mitglied gewonnen. Seit Sonntag ist in Kroatien nur noch der Euro als offizielles Zahlungsmittel zugelassen, nachdem dieser zuvor bereits fünf Monate lang parallel zur kroatischen Kuna verwendet wurde.

Der Euro erleichtert uns das Zusammenleben auf unserem Kontinent, indem der lästige Geldumtausch entfällt. Aber die Politik muss ernsthaft um den Euro kämpfen. Die Haushaltsdisziplin der Länder in der Währungsunion muss gewährleistet sein, damit diese noch lange Bestand hat.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Alexander von Parseval

Analyst und Vermögensberater

P.S. Wie steht es eigentlich um die Banken und Versicherungen in Zeiten steigender Zinsen? Ich habe einen Favoriten, den ich Ihnen in meinem Rendite-Telegramm Pro Plus gerne vorstelle.

 

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