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Eilmeldung: Wirecard im freien Fall

Das Drama um den deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard nimmt kein Ende. Weiterhin gelingt es dem Vorstand nicht, das Unternehmen vom Verdacht der Bilanzfälschung reinzuwaschen. Die jüngste Bestellung eines neuen Wirtschaftsprüfers, der die Bilanzen der Jahre 2016 bis 18 nochmals öffnete, geriet zum Bumerang.

Denn KPMG verweigerte das Testat und monierte, dass die Drittpartner Unterlagen zurückhielten und nur wenig Auskunft von Substanz gaben. Zur Info: Wirecard wickelte zuletzt über die Hälfte seiner Transaktionen über diese Drittpartner ab, da das Unternehmen nicht in jedem Markt über die benötigte Lizenz verfügt. Insgesamt bemängelte der Wirtschaftsprüfer ein intransparentes Geschäftsmodell und fehlende Kooperation. Besonders pikant, Wirecard-Chef Markus Braun arbeitete selbst drei Jahre lang bei KPMG. Man hätte also erwartet, dass der Mann weiß, welche Unterlagen die Buchprüfer sehen wollten.

Die Investoren wollten schließlich Konsequenzen sehen und forderten den Kopf des Vorstandsvorsitzenden Dr. Markus Braun. Tatsächlich reagierte das Unternehmen und verteilte die Kompetenzen im Vorstand neu. Markus Braun sollte Aufgaben abgeben und gleichzeitig wurde ein neuer Vorstand für Rechts- und Compliance-Fragen installiert.

Die Profis rochen den Braten sofort. Das war Kosmetik. Denn Markus Braun ist nicht nur Vorstandsvorsitzender der Wirecard, sondern auch dessen größter Einzelaktionär mit einem Kapitalanteil von knapp über 7 %. Solche Leute entmachtet man nicht so einfach.

So bleibt trotz aller Bemühungen im Münchener Unternehmen alles beim Alten: Die Bilanzen sind zweifelhaft und der alte Chef ist auch der neue.

Bereits im vergangenen Jahr (Profit Alarm vom 20. März und 5. Mai) hatte ich auf die Ungereimtheiten im Unternehmen hingewiesen. Besonders stutzig hatte mich dabei das exorbitante Wachstum der Jahre 2015 bis 17 gemacht. Da steigerte man den Gewinn pro Aktie um satte 81 %, während die Konkurrenz in diesem Zeitraum Wachstumsraten zwischen 9 und vielleicht 20 % auswies.

Ich konnte mir dieses Wunderwachstum nicht erklären. War die Konkurrenz etwa von Adyen, Square oder Ingenico einfach zu blöd, während sich die Wirecard-Manager gesteigerter unternehmerischer Genialität erfreuten?

Hier gilt eine einfache Regel: Schauen Sie bei Unternehmen, die regelmäßig Wunderwachstum weit über Branchendurchschnitt berichten, besonders genau hin. Das ist nicht selten ein Hinweis auf kreative Buchführung.

Es ist, wie es ist: Markus Braun ist als Vorstandsvorsitzender verbrannt. Das Vertrauen des Marktes in das Geschäftsmodell der Wirecard ist dahin. Die Aktie markierte in der letzten Woche ein frisches Mehrjahrestief und wird in den kommenden Tagen und Wochen in den freien Fall übergehen.

So ist das Unternehmen noch zu retten: Der Fisch stinkt vom Kopf. Also braucht man einen neuen Kopf sprich eine neue Führungsmannschaft. Und deren vornehmste Aufgabe wird dann sein, sich von diesen dubiosen Drittpartnern in Asien zu trennen, damit man dort mit eigener Lizenz und voller Transparenz wieder neu starten kann. Es wird ein langer Weg für Wirecard. Ich hoffe, dass man diesen Weg demnächst mit Entschlossenheit und Klarheit beschreiten wird

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander von Parseval

Analyst und Vermögensberater 

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