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Die Autobranche bebt: Nikola und GM tun sich zusammen

Das ist eine faustdicke Überraschung: In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Wasserstoff-Spezialist Nikola und der konventionelle Autobauer General Motors eng kooperieren werden. Die strategische Allianz hat GM gleich durch eine milliardenschwere Kapitalbeteiligung am Partner abgesichert. Hier hat man also Großes vor.

Was ist der Inhalt der Vereinbarung? GM wird praktisch Zulieferer und Werkbank für Nikola. Dabei wird man für den Partner den Pick-Up Nikola Badger produzieren, der zur Jahreswende als Lithium-Akku-Antrieb sein Marktdebüt feiern wird. 2022 kommt der Badger dann auch als Wasserstoff-Variante. Beide US-Unternehmen werden ferner bei der Entwicklung und Produktion von Batterien und Brennstoffzellen-Stacks eng zusammenarbeiten.

Bereits zuvor ist Nikola eine vergleichbare Kooperation mit dem italienischen Lkw-Bauer Iveco eingegangen. Das Ziel ist klar: Anders als Tesla wird Nikola keine Zeit damit „verschwenden“ eine eigene Produktion aufzubauen. Man kommt also sofort zur Sache und will bereits im kommenden Jahr eben mit Unterstützung aus dem konventionellen Autobau in die Massenproduktion starten.

Tesla steht jetzt unter Druck

Die aggressive Vorgehensweise des Nikola-Managements setzt den US-Konkurrenten Tesla erheblich unter Druck. Schon jetzt hängt Tesla bei der Entwicklung seines Elektro-Sattelschleppers Semi hinter dem vergleichbaren Nikola-Projekt (Nikola One und Tre) zurück.

So halten sich in der Branche Gerüchte, dass Elon Musk näher an die Deutschen von VW heranrücken wird. Erst vor wenigen Tagen sah man VW-Chef Herbert Diess, wie er mit einem sichtlich gut aufgelegten Elon Musk im ersten waschechten Stromer aus Wolfsburg, dem ID.3, eine kleine Spritztour unternahm. Entsteht hier nun das nächste Bündnis aus alt und neu?

Noch ist an diesen Gerüchten nicht viel Fleisch. Beide Unternehmen sind Giganten der Branche und brauchen sich nicht unbedingt. Fest steht allerdings, die beiden Autobauer betrachten sich nicht zwingend als unversöhnliche Konkurrenten. Beide Seiten teilen die gleiche Idee von der Neuen Automobilität bzw. vom elektrischen Fahren. Und beide Seiten wissen, dass es noch ein beschwerlicher Weg sein wird, die Elektromobilität auf den Straßen dieser Welt durchzusetzen. Bei diesem Ziel kann man sich schon gegenseitig unterstützen, oder?

Zumal der Markt der Elektromobilität gigantisch ist und derzeit mit zu den attraktivsten Wachstumsmärkten dieser Welt gehört. Denn bis 2026 wird sich der Marktanteil der Verbrennungsmotoren – gemessen an den Neuzulassungen im Pkw-Segment – ungefähr halbieren, und in diese Lücke stoßen die Stromer sowie die Wasserstoff-Fahrzeuge.

Die alternativen Antriebe sind schon längst aus der Nische herausgetreten, und wenn nun die konventionellen Autobauer mit ihren erheblichen – und derzeit nicht voll ausgelasteten Produktionskapazitäten – auf den Trend aufspringen, wird sich die technische Entwicklung nochmals erheblich beschleunigen.

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Mit freundlichen Grüßen,

Alexander von Parseval

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