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Aixtron: Kann das der Boden sein?

Mit einem Zugewinn von 4,3 Prozent gehört die Aktie des Anlagenbauers und Chipindustrie-Zulieferers Aixtron (ISIN: DE000A0WMPJ6) heute zu den großen Gewinnern im TecDAX. Was die Jahresbilanz nicht heilen konnte, die bleibt klar negativ. Gegenüber dem Jahresende 2017 (11,58 Euro), vor allem aber in Relation zum am 19. März bei 19,75 Euro markierten Jahreshoch. Natürlich hoffen die Investoren, dass 2019 ein wieder deutlich besseres Jahr wird. Aber wie steht die Chance dafür?

Sie wäre dann gut, wenn sich die dunklen Wolken über den Wachstumsperspektiven wieder verziehen würden. Was hieße: Umgehende Beendigung des Handelskriegs mit Regelungen, die nicht nur für die USA von Vorteil sind. Und eine berechenbare, die Spur haltende US-Politik. Dann würde das Konsumwachstum wieder anziehen können, die Nachfrage nach Chips beleben und damit das Risiko deutlich verringern, dass die Chiphersteller Investitionen zurückstellen oder gar streichen, wie sie der Erwerb der von Aixtron hergestellten Beschichtungsanlagen bedeuten würde. Aber:

 

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Momentan ist all das eben die weniger wahrscheinliche Variante für das kommende Jahr. Weshalb die Anleger die Aktie bereits „vorsorglich“ verkauft bzw. die Leerverkäufer sie unter Druck gesetzt haben. Das heißt zwar, dass das Abwärtspotenzial nicht mehr so gewaltig sein dürfte, weil schon viel Negatives in den Kurs eingepreist wurde. Aber auch, wenn der Spielraum im Fall eines Scheiterns der derzeitigen Bodenbildung durch Closings unter 7,64 Euro dann nicht unbedingt groß sein müsste: Da nicht mehr Short zu gehen hieße nicht, dass man im Umkehrschluss jetzt sorglos einsteigen könnte. Sechs, sieben Euro, das wären allemal Kurslevels, die dann erreichbar wären. Man darf nicht vergessen, dass Aixtron noch vor zwei Jahren bei nur drei Euro notierte. Fazit:

Ja, es kann sein, dass Aixtron gerade einen tragfähigen Boden ausbildet, aber noch muss man das „kann“ dick unterstreichen. Erst, wenn die Aktie mit Schlusskursen über 9,00 Euro signifikant über den Kreuzwiderstand aus der November-Abwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie hinauskäme, wäre die Chance, dass dieser Boden hält, zumindest so hoch, dass man sich einen Long-Trade mit kleinem Kapitaleinsatz überlegen könnte.

 

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Wirecard: Das ist ein Strohhalm, mehr nicht

Einige Medien berichteten heute Morgen, die Wirecard-Aktie (ISIN DE0007472060) würde von Übernahmespekulationen höher gezogen. Das allerdings ist eine recht ambitionierte Aussage. In einem Interview sagte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, dass er persönlich damit rechne, dass bald ein internationaler Konzern Wirecard kaufen wolle. Das ist eine persönliche Meinung einer einzelnen Person und absolut nichts Konkretes. Sicher, für diejenigen, die sich sorgen, dass die Wirecard-Aktie über die charttechnische Klippe fallen könnte, an der sie derzeit balanciert, ist es ein Strohhalm, den man gerne ergreift. Aber:

So etwas ist gemeinhin nichts, das vorhält, solange da nicht konkrete Fakten auftauchen, die Ross und Reiter nennen. Wenn etwas Wirecard aus der charttechnischen Gefahrenzone ziehen kann, dann sind es starke Ergebnisse für das jetzt endende vierte Quartal, idealerweise noch besser als erwartet, und eine Aufhellung der derzeit negativen, äußerst nervösen Grundstimmung am deutschen Aktienmarkt. Und auch, wenn Wirecard zum Jahresabschluss zulegt und zu der 2018 durchaus überschaubaren Zahl der Aktien gehört, die einen guten Gewinn im Jahressaldo vorweisen können:

 

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Für die Wende reicht dieses Plus noch nicht. Die absolute Mindestanforderung selbst für spekulative Long-Trades wäre ein Schlusskurs über der aktuell bei 134 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie. Bei 142,30 Euro käme dann als nächste Hürde das obere Ende der derzeitigen Handelsspanne. Und erst, wenn Wirecard die 200-Tage-Linie bei 146 und das Oktober-Tief bei 148 Euro zurückerobert hätte, wäre die Kuh auch mittelfristig vom Eis. Das kann gelingen. Aber es muss nicht.

Denn solange die Marktstimmung negativ bleibt, betrachtet man relativ hohe Kurs/Gewinn-Verhältnisse mit Skepsis. Im Spätsommer hatte man das noch nicht als Problem gesehen. Aber seither hat sich die Perspektive des Wachstums weltweit eingetrübt. Und wenn der Motor dieser Eintrübung, in Washington gelegen, nicht beginnt, wieder rund zu laufen, kann die von vielen erhoffte Stimmungsaufhellung ausbleiben. Man sollte daher die Unterseite der Kursspanne bei 124,40 Euro besser nicht aus den Augen lassen. On nun als Stop Loss Long oder als Sprungbrett für Short-Trades: Sollte Wirecard diesen Level unterschreiten, besteht Handlungsbedarf!

 

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Turbulentes Jahr 2018 – 2019 wird ein Super-Jahr

Guten Tag liebe Anlegerinnen und Anleger,

das Jahr 2018 biegt auf die Zielgerade, wobei die verbleibenden Stunden vermutlich nicht mehr viel an dem Gesamtergebnis der Börsen ändern dürften – sofern nicht etwas völlig Außergewöhnliches passiert. Dabei hatten es die vergangenen Monate wirklich in sich. Konkret:

Die Aktienmärkte gingen vergangenen Monaten durch ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle. Im Februar markierten die Börsen noch neue Höchststände auf breiter Front, ehe die Kurse auf eine erste Korrektur einleiteten. Zumindest die US-Indizes konnten diesen Rückschlag aber zügig wieder aufholen und markierten im September noch einmal neue Allzeithochs. Seitdem gelten allerdings an nahezu allen Börsen massive Abwärtstrends. Das bedeutet:

Nach dem Hin-und-Her der vergangenen Monate winken für 2019 nun wieder klare Trends. Wir rechnen mit fallenden Kursen bis ins Frühjahr hinein und einem Tief im März. Anschließend sollten die Märkte zu einer kräftigen Aufholjagd ansetzen, sodass die Börsen ab April von steigenden Notierungen geprägt sein dürften. Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch und ein gesundes
2019.

 

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Ihr

Nils Schröder

Chef-Redakteur Projekt: Börsenmillion

Über den Autor

Nils Schröder ist Börsianer durch und durch. Seit mittlerweile rund 15 Jahren beschäftigt sich Schröder mit den Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Bei dem einzigartigen Projekt: Börsenmillion können alle Teilnehmer auf seinen erfolgserprobten Ansatz zurückgreifen, der herausragende Ergebnisse erwarten lässt.

Daimler: Neues Jahr, neue Chance?

Der Abrechnungstermin an der Terminbörse hat die Aktie gezielt gedrückt, dachte man. So gesehen wäre heute, nachdem dieser Termin am Freitag über die Bühne ging, ein idealer Moment gewesen, um Daimler (ISIN: DE0007100000) wieder nach oben in Marsch zu setzten, um an der Bodenbildung „zu arbeiten“. Aber der Schuss ging nach hinten los. Trotz der gewaltigen Rallye am Mittwochabend in den USA. Daimler startete kaum höher und fällt seither. Viel Luft ist nicht mehr bis zum bisherigen Tief der Abwärtsbewegung bei 45,07 Euro. Heißt das, dass die Baisse weiter geht, noch tiefere Levels ausgelotet werden?

Das kann es heißen, aber eine Chance wäre da noch: der morgige Jahresultimo. Es liegen nur zwei Tage zwischen dem „Hexensabbat“, der Abrechnung der Optionen und Futures (am vergangenen Freitag) und dem letzten Handelstag des Jahres am morgigen Freitag. Wenig Zeit, um „Window Dressing“ zu betreiben. Fonds weisen zum Jahresende ihre Performance aus. Kein Zuckerschlecken nach diesem schwachen Börsenjahr. Aber auch, wenn man da nicht glänzen kann, allzu dumm mag man da nicht dastehen. Daher neigen Fonds dazu, die großen Verlierer eher zu verkaufen und mehr Gewinner ins Depot zu nehmen. Ein Vorgang, der den Spitznamen „Window Dressing“ trägt. Und der ein Grund sein kann, warum Daimler heute, einen Tag vor Torschluss 2018, so mies dasteht. Denn:

 

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2018 war für die Aktie eine einzige Abwärtsbewegung. Das Jahreshoch wurde im Januar bei 76,48 Euro erreicht. Seither gab es nur „bad news“. Und das Damoklesschwert möglicher US-Strafzölle ist noch keineswegs verschwunden. Kein Wunder, dass man bei den Fonds eine Aktie wie Daimler dann eher untergewichtet sehen will, wenn es morgen zum Handelsende darum geht, die Karten auf den Tisch zu legen. Was wiederum hieße: Ab der kommenden Woche, mit dem Start ins neue Jahr, könnte sich das Blatt wenden. Aber!

Auch, wenn Daimler dann eine Chance hätte, wieder eingesammelt zu werden: Sie sehen im Chart, wie dicht gestaffelt die Widerstände oberhalb der aktuellen Handelsspanne sind. Wer auf eine Erholung setzt, tut das in intakten Abwärtstrends und hätte damit die Chancen gegen sich. Im Auge behalten kann und sollte man Daimler allemal. Aber es müsste mehr kommen als eine Gegenbewegung an die mit der 20-Tage-Linie bei 48,16 Euro beginnende, bis 54,82 Euro reichende, massive Widerstandszone, um hier ein wirklich vertrauenerweckendes bullishes Signal zu generieren!

 

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Evotec: Falsche Richtung? Ja, aber …

Man mag es gar nicht glauben: Evotec (ISIN: DE0005664809) ist zur Mittagszeit der zweitschwächste Wert im TecDAX. Und das, obwohl das Unternehmen gerade erst letzte Woche seine Ergebnisprognose für das endende Jahr angehoben hat. Und das nicht  ein bisschen, sondern satt: Statt der bislang angepeilten 30 Prozent soll die Gewinnsteigerung jetzt um 45 Prozent liegen. In einem Umfeld, in dem sich Gewinnwarnungen die Klinke in die Hand geben, sind das wirklich „good news“. Und es ist die Bestätigung, dass man bei Evotec weiß, was man tut. Geschickte Akquisitionen und Kooperationen lassen das Biotechunternehmen wachsen. Und das gelingt mit beeindruckender Konstanz. Und was tun die Anleger?

Sie verkaufen, statt zu kaufen. Falsche Richtung? Mittelfristig ohne Zweifel, ja. Aber es stellt sich auch die Frage, ob es da wirklich allzu viele gibt, die die Aktie verkaufen, weil sie ihr nichts zutrauen oder ihnen gar die Anhebung der Gewinnprognose zu dünn war. Es ist wahrscheinlicher, dass es die Leerverkäufer, die „Bären“ sind, die gerade ihre nächste Attacke reiten. Und die wissen: Wenn eine Aktie auf positive Nachrichten hin unter Druck kommt, ist die Wirkung umso höher, die Chance, die Käufer komplett zu demoralisieren und dadurch Supportlinien durchbrechen zu können, hoch. Und genau das wird jetzt versucht:

 

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Evotec hatte vor Weihnachten zwar marginal unter der 200-Tage-linie geschlossen, die aber von tieferem Niveau aus fast wieder erreicht, das konnte man als „gehalten“ ansehen. Es hätte das Sprungbrett zu einer Gegenreaktion nach oben werden können, womöglich die Basis eines neuen Aufwärtsimpulses. Den Bullen genau in einem solchen Moment den Boden unter den Füßen wegzuziehen, ist ein typisches Verhalten der Leerverkäufer. Und damit haben sie jetzt den Schlüssel zu einem auch mittelfristig relevanten Shortsignal in der Hand:

Wenn es gelingen sollte, die aktuell im Feuer stehende Mai-Aufwärtstrendlinie zu durchbrechen, wäre die Chance, dass sie die Evotec-Aktie auch noch zügig bis zum Oktober-Tief bei 15 Euro nach unten durchreichen können, hoch. Und auch, wenn es gelingen sollte, diese Linie zunächst zu halten, wäre noch Vorsicht angeraten. Erst, wenn Evotec wieder über der derzeit bei 18,57 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie schließen würde, wäre die Gefahr gebannt, dass der Kurs seine Abwärtsbewegung mit neuem Schwung fortsetzt.

 

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MorphoSys: Das dürfte nur den Bären gefallen

Wir hatten bereits letzte Woche gewarnt, dass sich das Chartbild der MorphoSys-Aktie (ISIN: DE0006632003) deutlich kritischer darstellt. Zu diesem Zeitpunkt durchbrach die Aktie ihre 200-Tage-Linie. Und kurz danach fiel auch das Zwischentief vom November bei 92,30 Euro. Damit war der Weg für weitere Abgaben frei. Und dass die Aktie die heute Früh anfänglich gut behauptete Tendenz als Reaktion auf die Super-Rallye der Wall Street des Mittwochabends nicht halten kann, ist ein Signal, das nur den Bären gefallen kann.

Zur Mittagszeit liegt MorphoSys an der Spitze der DAX-Verlierer … und in einer charttechnischen Schlüsselzone. Im Bereich 87/88,50 Euro finden sich mehrere markante Wendemarken seit Jahresbeginn, aber auch die markante Supportlinie in Form des Ende 2014 markierten Hochs von 88,50 Euro. Der Peak, der den höchsten Punkt der Aktie seit dem Sommer 2000 darstellte und der, wie dieser Chart zeigt, nicht ohne Gegenwehr von den Bären aufgegeben wurde. MorphoSys könnte diese Auffangzone verteidigen. Aber das muss nicht gelingen, denn:

 

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Natürlich hat MorphoSys mittel- und langfristig herausragende Perspektiven. Aber für viele Akteure zählt in diesem so ungewöhnlich volatilen und von Unsicherheit geprägten Marktumfeld vor allem das Hier und Heute. Und wenn die Nervosität überhandnimmt, handeln die Marktteilnehmer immer öfter emotional, wollen einfach raus aus dem Markt oder zumindest einen Teil der Positionen loswerden, um den Schwankungen nicht mehr so sehr ausgesetzt zu sein. Und da ist die MorphoSys-Aktie ein potenzielles „Opfer“. Der Grund:

So seltsam es für besonnene Investoren klingen mag, viele verkaufen dann in solchen Situationen diejenigen Aktien, die noch einen Gewinn auf Jahressicht zu bieten haben. Wenn man sich schon schlecht fühlt, will man sich wenigstens das gute Gefühl gönnen, einen Gewinn mitgenommen zu haben. Sprich: Viele tun genau das Gegenteil dessen, was richtig wäre, indem sie Gewinne begrenzen und Verluste laufen lassen. Und MorphoSys gehört zu der rasch schwindenden Gruppe der Aktien, die gegenüber ende 2017 (Closing 29.12.2017 bei 76,58 Euro) noch ein Plus vorweisen können. Was hieße: Wenn der Gesamtmarkt schwach bleibt und die Aktie die Zone 87/88,50 Euro auf Schlusskursbasis durchbricht, kann es in der Tat zügig weiter abwärts gehen. Unser Rat der Vorwoche bleibt daher bestehen: aufpassen!

 

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Siltronic: Das ist jetzt ein entscheidender Moment

Schafft es die Aktie des Wafer-Herstellers Siltronic (ISIN: DE000WAF3001) doch noch, einen Boden auszubilden? Oder sind die Bullen zu schwach, um sich durchzusetzen? Diese verkürzte Woche vor Silvester wird die Weichen stellen. Und die kommende Woche, der Start ins Jahr 2019, wird die Entscheidung bringen.

Heute Früh haben sicherlich viele gedacht, dass die Gefahr neuer Tiefs im Zuge dieser Abwärtsbewegung erst einmal vom Tisch sei, nach diesem Super-Sprung von über sechs Prozent beim US-Technologieindex Nasdaq 100. Das würde die deutschen Tech-Aktien mitreißen. Und immerhin hatte Siltronic ja bereits im Zuge der Terminbörsen-Abrechnung am Freitag kräftig zugelegt. Doch es gab da eine Achillesferse:

 

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Dass Siltronic ausgerechnet am Tag der Options-Abrechnung so markant zulegte, war verdächtig. Neue Nachrichten gab es keine, es gab nur die Interessen der großen Player am Terminmarkt. Und dass die Aktie auf einmal zum Abrechnungszeitpunkt nahe des Options-Strike-Preises bei 70 Euro lag, wieder am unteren Ende der Handelsspanne, die galt, bevor der Kurs am Donnerstag ein neues Tief markiert hatte und dadurch die Chance auf einen „Tripple-Bottom“ unterspülte, deutet an, dass es sich da um eine ausschließlich auf diese Abrechnung ausgerichtete Bewegung handelte. Die Aktie hätte von dort aus weiter zulegen können, aber da die Basis dieses Kurssprungs vom Freitag seither nicht mehr existierte, war das Fundament dünn.

Dass Siltronic heute nicht zulegt, den Super-Sprung der US-Technologieaktien nicht als Rückenwind zu nutzen vermag, ist ein Warnsignal. Noch ist der Handelstag lang, noch könnte der Kurs in die Gewinnzone laufen, den Weg an den nächsten Widerstand in Form der 20-Tage-Linie bei 74,90 Euro offenhalten. Aber wenn nicht … wäre nach unten nichts unmöglich. Spätestens, wenn Siltronic unter dem bisherigen Tief von 64,78 Euro schließen sollte, wäre die Messe für die Bullen gelesen.

 

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Allianz: Auf diese Linie müssen Sie achten!

Als die Allianz (ISIN: DE0008404005) Ende November die mittelfristigen Gewinnziele bis 2021 präsentierte, reagierten die Anleger negativ. Eine Reaktion, die angesichts einer Zielsetzung von jährlich vier bis fünf Prozent Gewinnsteigerung nur auf den ersten Blick nachvollziehbar ist. Denn natürlich klingt das nach „wenig“. Aber zum einen kühlt sich gerade weltweit die Konjunktur ab. Zum anderen agiert die Allianz in einem Nullzins-Umfeld, das es äußerst schwierig macht, gute Renditen auf die Einlagen zu erzielen. Da sind diese Ziele nicht nur als solide positiv anzusehen, sie sind zudem insofern realistisch, als die Allianz in den letzten Jahren bewiesen hat, dass sie in diesem problematischen Umfeld sehr geschickt und besonnen agiert. Aber:

Wenngleich diese Zielsetzungen kein Argument wären, die Aktie auf den Markt zu werfen, sie sind auch nicht angetan, umgehend zuzugreifen. Es ist zwar richtig, dass der Kurs schon ein gutes Stück vom Jahreshoch bei 206,85 Euro zurückgekommen ist. Aber dadurch ist die Aktie noch nicht „billig“. Und wenn der Gesamtmarkt seine Abwärtstendenz aufrechterhalten sollte, wäre die Aktie eine von denen im DAX, die für Druck anfällig wären, denn da sie sich noch deutlich besser gehalten hat als der Index, könnten viele versucht sein, dort leer zu verkaufen. Und der Chart wäre für das Bären-Lager durchaus verlockend, sehen wir hin:

 

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Dieser langfristige Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Aktie auf eine immens wichtige Supportlinie zusteuert. Bei 170 Euro finden sich die beiden markanten Topps des Jahres 2015. Genau dort hat die Allianz-Aktie im Sommer wieder nach oben gedreht. Damit ist diese Linie eine Schlüsselzone. Die muss halten, ansonsten wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Allianz die untere Begrenzung des ins Jahr 2011 zurückgehenden Aufwärtstrendkanals bei 150 Euro testet.

Dann wäre die Aktie zwar fast „billig“. Aber es wäre dennoch unbedingt zu überlegen, im Fall von Closings unter 170 Euro die Reißleine zu ziehen und diesen dann wahrscheinlichen Abstieg um weitere 20 Euro nicht mitzumachen. Besonders interessant würde es, wenn die Aktie diese 170er-Linie testen und erneut verteidigen sollte. Dann wäre natürlich eine hochinteressante Chance auf der Long-Seite gegeben. Aber es kommt sehr darauf an, wann das passiert, so dass die dann relevanten Ankerpunkte für Long-Trades erst ins Auge gefasst werden sollten, wenn es tatsächlich zu einer Verteidigung der Unterstützung käme.

 

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Barrick Gold: Nur noch ein kleiner Schritt bis zu einem großen Kaufsignal!

Gold kommt derzeit mit Schwung aus seiner lethargischen Phase heraus und hat bereits einige entscheidende Charthürden genommen. Dementsprechend werden jetzt endlich auch wieder die Minenwerte interessant. Da agiert man, als würde man Gold mit einem Hebel auf der Long-Seite traden. Denn für die Goldminen beginnt das Gewinnpotenzial ja erst bei ihren Förderkosten zu rechnen. Hat eine Mine z.B. Förderkosten von 900 US-Dollar pro Feinunze, bedeutet ein Anstieg des Goldpreises von 1.200 auf 1.300 US-Dollar da gleich einen potenziellen Gewinnzuwachs von 30 Prozent. Da muss der Blick zu eine der wichtigsten Minenaktien überhaupt wandern: dem kanadischen Minen-Riesen Barrick Gold (ISIN: CA0679011084).

Gold hat in den letzten Jahren regelmäßig im Dezember eine Aufwärtsbewegung etabliert, die mal intensiver, mal weniger intensiv war. Ihnen war aber eines gemein: Sie hielten nicht vor, Gold konnte keinen nachhaltigen Aufwärtstrend etablieren. Dementsprechend fiel Barrick Gold auch immer wieder zurück. Aber diese Jahreswende hat eine andere Qualität, was den Hintergrund angeht. Mit der abkühlenden Weltwirtschaft hat ein Exodus aus dem Aktienmarkt begonnen. Der zwar in großem Maß den US-Anleihen zugutekommt, wo man neben einer guten Rendite auch auf Kursgewinne hoffen darf. Aber es ist gut möglich, dass die Edelmetalle einen Teil des abwandernden Geldes aufnehmen werden. Und die Barrick-Aktie steht in Startlöchern zu einem großen Kaufsignal. Sehen wir uns den Chart an:

 

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Sie sehen in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis, dass Barrick Gold im Begriff ist, eine seit zweieinhalb Jahren währende Abwärtstrendlinie zu überwinden. Im Bereich dieser Linie findet sich zusätzlich eine bis zwei Jahre zurückreichende Widerstandszone. Dieser daraus resultierende Kreuzwiderstand liegt im Bereich 13,40/14,00 US-Dollar. Da muss Barrick durch – und das idealerweise auf Wochenschlusskursbasis – dann wäre hier aus charttechnischer Sicht ein markant bullishes Signal entstanden das, wenn der Goldpreis weiterhin Rückenwind durch nervöse, schwache Aktienmärkte erhält, auch über den saisonal typischen Anstieg zu Beginn eines neuen Jahres hinaus Bestand haben kann!

 

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Tesla: Long oder Short? Wann man sich das fragen muss …

Seit Tesla (ISIN: US88160R1014) überraschend einen relativ stattlichen Gewinn für das dritte Quartal verkündet hatte, ist die Diskussion, ob der CEO Elon Musk das Unternehmen vor die Wand fährt und/oder der Geldbedarf so hoch bleibt, dass die Kreditgeber den Hahn zudrehen, verstummt. Man hofft jetzt auf weitere gute Nachrichten. Wobei man einfach nicht absehen kann, ob sie kommen und wenn ja, wie gut die dann wären. Möglich, dass Tesla Anfang Januar die Zahl der im vierten Quartal produzierten bzw. ausgelieferten Fahrzeuge meldet, aber auch dann wüsste man nicht, was entscheidend ist: Blieb dabei auch etwas hängen und wenn ja, wie rentabel ist Tesla mittlerweile?

Wenn sich herausstellen sollte, dass Tesla erneut ein solides Plus eingefahren hat, ist die Chance hoch, dass die Aktie das bereits 2017 markierte Rekordhoch bei 389 US-Dollar endlich als Widerstand herausnimmt. Unser Chart auf Wochenbasis zeigt, wie oft die Aktie in diesem Bereich schon abdrehen musste, zuletzt in diesem Monat. Sollte man aber feststellen, dass der unerwartete Gewinn des dritten Quartals auf Einmaleffekten beruhte … darüber ist man sich weiterhin nicht wirklich im Klaren … wäre die alte Skepsis sofort wieder da und das untere Ende der breiten Handelsspanne der letzten zwölf Monate ein Ziel. Was tun?

 

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Natürlich ist das Thema spannend und Tesla ein schillerndes Unternehmen. Aber wer hier nicht besonnen und geschickt tradete, sondern mittelfristig investiert war, hat seit langem nichts verdient. Während andere US-Hightechs wie Netflix, Apple, amazon.com oder Nvidia starke Trends aufwiesen, in denen man auf beiden Seiten gut agieren konnte, führt sich die Tesla-Aktie eben wegen dieser offenen Gemengelage in Bezug auf die Rentabilität auf wie ein JoJo.

Und während Tesla sich in den Wochen zuvor beeindruckend stabil zeigte, manchmal sogar der Eindruck aufkam, Anleger würden ausgerechnet diese Aktie in einem Umfeld immer schwächer gehender US-Indizes als „sicheren Hafen“ sehen, fiel sie in den vergangenen Tagen auf einmal kräftig zurück, notiert jetzt genau in der Mitte der Handelsspanne 244/389 US-Dollar und auf Höhe der – kein Wunder angesichts der Seitwärtsbewegung – seitwärts laufenden 200-Tage-Linie.

Viele werden das mit großem Interesse verfolgen und sich den Einstieg überlegen. Aber die meisten dürften dabei noch keine Antwort auf die entscheidende Frage gefunden haben: Gehe ich jetzt Long oder Short? Alleine, wenn sich eine solche Frage stellt, die ja mit Blick auf dieses Chartbild berechtigt ist, muss die Antwort unbedingt lauten: Ab auf die Watchlist und abwarten, bis eine bessere Indikation vorliegt, die nicht nur Chancen vorgaukelt, sondern auch ein taugliches Chance/Risiko-Verhältnis bietet!

 

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