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Ansteckung: Gefährden die Kryptos den Gesamtmarkt?

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

Diese Frage ist durchaus relevant. Denn der Kapitalmarkt ist letztlich ein stark integriertes Gebilde. Oftmals kann deshalb die krisenhafte Entwicklung in einem Segment nicht begrenzt werden, sondern greift direkt oder indirekt in den Gesamtmarkt aus.

Was passiert diesmal? Bringen Bitcoin und Co. den Aktienmarkt in die Bredouille?

 

Eine Lawine rollt an!

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

der jüngste Zusammenbruch der Kryptobörse FTX hat die Krypto- und Finanzwelt erschüttert. Kryptowährungen mögen für die meisten Leser undurchsichtig sein und werden selbst von denjenigen, die sie genau verfolgen, nicht im Detail verstanden. Dennoch wäre es ein Fehler, die Insolvenz von FTX als eine Nischenentwicklung in einem Nischenmarkt zu betrachten.

Der Zusammenbruch von FTX hat das Potenzial außer Kontrolle zu geraten und die Kapitalmärkte in ähnlicher Weise zu beeinträchtigen wie der Zusammenbruch der mexikanischen Börse im Jahr 1994, der Zusammenbruch von LTCM in Russland im Jahr 1998 und der Konkurs von Lehman Bros. im Jahr 2008.

Sie halten das für eine Übertreibung? Das ist es nicht.

Das Gehirn hinter dem Betrug

FTX wurde von Sam Bankman-Fried gegründet, einem 30-jährigen MIT-Absolventen, der mit einem relativ kleinen Team von MIT-Absolventen und Entwicklern zusammenarbeitet. Es gelang ihm einige der größten Namen in der Investmentwelt für sein Vorhaben zu gewinnen, darunter Sequoia Partners, der Ontario Teachers’ Pension Plan, SoftBank und der Singapurer Staatsfonds Temasek. Sogar Tom Brady und einige andere bekannten Sportler investierte in FTX.

Bankman-Fried wurde zu einem der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von über 25 Milliarden Dollar. Er spendete bei den jüngsten US-Zwischenwahlen über 40 Millionen Dollar an die Demokraten und sammelte weitere Millionen zur Unterstützung der korrupten Oligarchen in der Ukraine.

Das Ponzi-Schema nimmt Gestalt an

An FTX war eine Handelsfirma namens Alameda angeschlossen. Wie die meisten Börsen verwahrte FTX die Kundengelder auf getrennten Konten. Es scheint nun, dass Bankman-Frieds Team die Kundenkonten geplündert hat, um die Handelsverluste von Alameda zu decken. Diese Praxis kam ans Tageslicht und in der Folge zogen die Kunden ihre Gelder ab. FTX reagierte mit der Suspendierung von Abhebungen. Anschließend kündigte das Management, die Börse wurde geschlossen und Alameda ging in Konkurs. Das gesamte Imperium brach zusammen.

Über 10 Milliarden Dollar an Kundengeldern sind verschwunden. Die verbleibende 1 Milliarde Dollar an Kundengeldern wurde kurze Zeit später bei einem Hackerangriff gestohlen. Einige glauben, dass es sich um einen Insider-Job der Mitglieder des FTX-Teams handelte, die den Computercode kannten.

Auf den Bahamas, wo FTX registriert war, wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Wenn das das Ende der Geschichte wäre, wäre es vielleicht nur ein interessantes (wenn auch kostspieliges) Fiasko, über das jemand ein Buch schreiben wird. Es ist aber nicht das Ende der Geschichte.

Die Dominosteine beginnen zu fallen

Eine Kryptobörse nach der anderen, die mit FTX Geschäfte gemacht hat, meldet Verluste und stellt den Betrieb ein. Riesige Verluste breiten sich in der gesamten Krypto-Branche aus und beginnen auf herkömmliche Finanzfirmen überzuschwappen.

Mittlerweile wird berichtet, dass der beliebte Meme- und Gen X-Broker Robinhood in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wenn es eine Sache gibt, die wir über einen finanziellen Zusammenbruch wissen, dann ist es, dass er nie auf die ursprünglichen Opfer beschränkt bleibt, sondern sich wie ein Virus an unerwarteten Orten ausbreitet. Es ist unmöglich zu wissen, wie weit sich die FTX-Insolvenz ausbreiten wird. Wir können aber mit Sicherheit sagen, dass sie nicht auf die Kryptowelt beschränkt bleiben wird.

FTX: “Finanzieller Patient Null”

Leider hat die Welt im Jahr 2020 eine schmerzhafte Lektion in Bezug auf biologische Ansteckungen gelernt. Eine ähnliche Dynamik gilt für eine Finanzpanik. Sie kann damit beginnen, dass eine Bank oder ein Broker infolge eines Markteinbruchs in Konkurs geht (ein “finanzieller Patient Null”).

Die finanzielle Notlage breitet sich jedoch schnell auf die Banken aus, die mit dem gescheiterten Unternehmen Geschäfte gemacht haben. Anschließend sind die Aktionäre und Kunden dieser anderen Banken betroffen und so weiter, bis die ganze Welt von einer Finanzpanik erfasst wird, wie es im Jahr 2008 geschah.

Die Ansteckung mit Krankheiten und die finanzielle Ansteckung funktionieren beide auf die gleiche Weise. Die nichtlineare Mathematik und die Systemdynamik sind in beiden Fällen identisch, auch wenn es sich bei dem “Virus” um eine finanzielle Notlage und nicht um einen biologischen Virus handelt.

Leider ist jede Krise größer als die vorherige und erfordert ein stärkeres Eingreifen der Zentralbanken. Der Grund dafür liegt in der Größe des Systems. In komplexen dynamischen Systemen wie den Kapitalmärkten ist das Risiko eine exponentielle Funktion der Systemgröße. Eine zunehmende Marktgröße geht mit exponentiell größeren Marktzusammenbrüchen einher.

Gefährlicher denn je

Das systemische Risiko ist heute gefährlicher als je zuvor, weil das gesamte System größer ist als zuvor. Das bedeutet, dass die größere Größe des Systems eine zukünftige globale Liquiditätskrise und Marktpanik mit sich bringt, die weitaus größer ist als die Panik von 2008.

Too-big-to-fail-Banken sind größer als je zuvor, haben einen größeren Anteil an den Gesamtaktiva des Bankensystems und verfügen über viel größere Derivatebestände.

Eine meiner Lieblingsanalogien ist die Schneeflocke in der Lawine. Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem Berghang. Sie sehen, wie sich auf dem Bergkamm eine Schneedecke aufbaut, während es weiter schneit. Sie erkennen, dass die Gefahr einer Lawine besteht. Sie beobachten, wie eine Schneeflocke vom Himmel auf die Schneedecke fällt und dort ein paar andere Schneeflocken aufwirbelt. Dieser Impuls breitet sich aus, bis die Schneedecke zu rutschen beginnt und sich der ganze Berghang ablöst.

Geben Sie der Schneeflocke oder der Schneedecke die Schuld?

Ökonomen bezeichnen diese Schneeflocken als schwarze Schwäne, weil sie unerwartet und überraschend kommen. Aber eigentlich sind sie keine Überraschung, wenn man die Dynamik des Systems versteht und die Größe des Systems einschätzen kann.

Hier ist die entscheidende Frage: Wem geben Sie die Schuld? Geben Sie der Schneeflocke die Schuld oder der instabilen Schneedecke? Ich sage, die Schneeflocke ist irrelevant. Wenn es nicht die eine Schneeflocke gewesen wäre, die die Lawine ausgelöst hat, hätte es auch die vorherige oder die nachfolgende sein können.

Die Instabilität des Systems als Ganzes war ein Problem. Wenn ich also über die Risiken im Finanzsystem nachdenke, konzentriere ich mich nicht auf die Schneeflocke, die Probleme verursachen wird. Der Auslöser ist nicht wirklich wichtig.

Letztendlich geht es nicht um die Schneeflocken, sondern um die kritischen Ausgangsbedingungen, die die Möglichkeit einer Kettenreaktion oder Lawine zulassen. Wir werden sehen, ob sich FTX als diese eine Schneeflocke entpuppt.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Jim Rickards
Chefanalyst Jim Rickards‘ Crash Trader

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