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Amazon digitalisiert den 
Lebensmittel-Einzelhandel

Von Alexander von Parseval

Der Online-Gigant Amazon hat im März 2021 seine erste stationäre Filiale in Europa bzw. London eröffnet. Bereits seit 2016 liefert das Unternehmen auf der britischen Insel unter der Marke Amazon Fresh Lebensmittel aus, die der Kunde zuvor im Internet bestellt hat.

Dabei ist diese erste Fresh-Filiale selbstredend komplett digitalisiert und barrierefrei. Was heißt das für den Verbraucher in der Praxis? Beim Betreten des Verkaufsraums registriert sich der Kunde kontaktlos über eine entsprechende Smartphone-Anwendung. Anschließend erfasst eine Art digitaler Einkaufswagen die ausgewählten Waren. Verlässt der Kunde den Verkaufsraum, rechnet das Fresh-System den Einkauf ab und zieht das Geld vom hinterlegten Kundenkonto ab. Selbstverständlich können Sie die Abrechnung anhand eines digitalen Kassenzettels auf Ihrem Smartphone umgehend kontrollieren.

In den USA betreibt Amazon bereits 28 dieser digitalen Filialen unter der Marke Amazon Go. Vor allem unter jüngeren Menschen ist das Konzept beliebt. Es kennt kein Anstehen mehr an der Kasse und beschleunigt den täglichen oder wöchentlichen Einkauf.

Die Auswirkungen für den Markt sind weitreichend. Die konventionelle Konkurrenz wie etwa Walmart, Carrefour oder hierzulande Aldi werden mächtig unter Druck geraten, denn Amazon bietet ein digitales, bequemes und vor allem „cooles“ Einkaufserlebnis. Daneben wirkt jede Aldi-Filiale wie ein Tante Emma-Laden aus alter Zeit.

Die Spezialisten für Sensor- oder Kameratechnik reiben sich jetzt schon die Hände, denn solche digitalen Verkaufseinheiten sind vollgestopft mit entsprechenden Geräten. Und bald werden diese Geschäfte weltweit und in rauen Mengen finden. Hier tut sich ein gigantischer neuer Markt auf.

Immobilien-Investoren beobachten die Entwicklung ebenfalls mit Sympathie und erwarten nun frische Nachfrage für städtische Lagen. Denn nicht nur Amazon geht stationär, sondern auch namhafte Adressen wie etwa Zalando. Der Online-Modehändler betreibt in Deutschland bereits 6 stationäre Niederlassungen, und das selbst in Nebenlagen wie Ulm oder Münster.

Was bedeutet das Go- oder Fresh-Konzept für Amazon selbst? Lebensmittel-Einzelhandel ist zwar ein umsatzstarkes Geschäft, allerdings relativ margenschwach. Die Marge eines Joghurts oder einer Kartoffel bewegt sich im ganz kleinen einstelligen Prozentbereich. So taugt die neue Filiale in London nicht unbedingt als Gewinnturbo. Das ist aber nicht entscheidend. Wichtiger ist, Amazon erprobt neue kontaktlose Verfahren und Technologien in der Praxis, um sie anschließend auf andere Bereiche auszudehnen.

Lassen Sie mich witzeln! Das US-Unternehmen hat doch den Internet-Handel nur entwickelt, um damit für das spätere Cloud-Geschäft zu lernen. Bekanntlich war der Lernprozess sehr erfolgreich. Fazit: Wer jetzt also Amazon-Aktien aus der Hand gibt, ist töricht. Das US-Unternehmen ist ein großer Tanker und sicherlich nicht mehr die ganz große Wachstumsmaschine. Trotzdem, die Amerikaner sind so frisch und innovativ wie am ersten Tag.

Welche Schlüsse ziehe ich aus der neuen Entwicklung? Derzeit analysiere ich für Sie mit Hochdruck die Technologiepartner der Amazon. Wer entwickelt und baut die Sensoren, die Kameras oder die Lichtschranken der Amazon-Filialen? Das erfahren Sie nächstens exklusiv im RENDITE TELEGRAMM. Sie sind noch kein Leser? Diesen Fehler können Sie hier sofort abstellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Alexander von Parseval
Analyst und Vermögensberater

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